…habe ich den „Abgabetermin“ für die „WordPress Logo Fun„-Aktion. Aber egal. Hier ist mein Beitrag…
Monatsarchiv: Oktober 2009
Übersetzen…
Ein Kommentar des Übersetzers von „Glister„, Bernhard Robben, hat mich auf etwas aufmerksam gemacht: die Vernachlässigung der Übersetzung bei einer Buchrezension.
Ich habe grosse Hochachtung vor dieser Berufsgruppe, Menschen, die Literatur von einer Sprache in eine andere übersetzen. Es ist keine leichte Aufgabe, manchmal undankbar und (wie man hört) auch noch schlecht bezahlt.
Leider (für die Zunft der Übersetzer) ist es aber auch so, dass eine gut gemachte Übersetzung nicht auffällt. Nur wenn sie schlecht oder fehlerhaft ist, dann bemerkt man sie. Wie bei einem Dachdecker: kein Mensch ruft ihn an um zu sagen, dass ein Dach dicht ist. Aber wenn es durchregnet – oh weh!
Es gibt einige wenige Fälle, in denen ich mir Gedanken über die Übersetzung eines Buchs mache: bei „Moby-Dick“, weil es so viele unterschiedliche Übersetzungen gibt, bei „House of Leaves„, weil es kaum übersetzbar ist oder zum Beispiel bei „Wer länger lebt, ist später tot„, weil hier die Übersetzung teilweise ziemlich schlampig ist. In der Regel aber nehme ich die Übersetzung einfach als gegeben hin.
Ganz grundsätzlich möchte ich hier also alle Übersetzer loben, die ich nicht speziell erwähne. Euer Dach ist dicht! Gute Arbeit! Und ich werde mich bemühen, in Zukunft wenigstens mal die Namen zu erwähnen…
Guillermo Del Toro / Chuck Hogan: Die Saat
„Die Saat“ von Guillermo Del Toro (eigentlich ja Regisseur – z.B. Pans Labyrinth, Hellboy) und Chuck Hogan (Endspiel) ist eine Vampirgeschichte. Aber was für eine!
Vampire haben im Augenblick mal wieder Konjunktur, nicht zuletzt dank Stephenie Meyers „Bis(s)“-Reihe. Das hier ist aber definitv nichts für die Fans von Edward & Bella…
„Denk lieber an jemanden mit einem schwarzen Cape. Mit langen Zähnen. Und einem komischen Akzent.“ Setrakian beugte sich vor. „Und dann ziehst du das Cape und die langen Zähne wieder ab. Und den komischen Akzent. Alles, was irgendwie komisch wirkt.“
Das ist so ungefähr die witzigste Stelle im ganzen Roman. Ansonsten ist „Die Saat“ ziemlich düster:
Auf dem Flughafen JFK in New York landet ein Flugzeug. Alle Passagiere sind tot. So scheint es jedenfalls. Sie sind leider alles andere als tot. Lebendig sind sie aber auch nicht mehr. Das ist der Anfang einer schrecklichen Plage, die über die Stadt hereinbrechen wird. Die Seuchenbekämpfungsexperten Ephraim Goodweather und Nora Martinez untersuchen das Flugzeug und stossen bald auf Unerklärliches. Mit Hilfe von Abraham Setrakian, einem alten Pfandleiher mit interessanter Vergangenheit und einschlägigen Erfahrungen, versuchen sie, das Schlimmste zu verhindern. Das Ende der Welt hat einen Namen: Vampire!
Diese Vampire sind allerdings anders als alles, was man so kennt. Kein Graf Dracula und auch kein Vampir Lestat, eher schon Zombies mit einem Durst nach Blut. Nichts menschliches ist mehr an ihnen. Dafür haben sie einen „Meister“, der über unglaubliche Macht verfügt. Dieser Meister ist es, der einen uralten Waffenstillstand zwischen den verschiedenen Vampirclans gebrochen hat und nun seine eigenen Ziele verfolgt. Die Menschheit könnte dabei auf der Strecke bleiben…
„Die Saat“ ist klasse konstruiert, spannend und kurzweilig geschrieben, glaubwürdig (für eine Vampirgeschichte), spielt in faszinierender Weise mit alten Vampirmythen und ist richtig gruselig! Natürlich ist nichts wirklich neu in diesem Buch – aber die Kombination ist gelungen. Gute Unterhaltung für lange Herbst- und Winterabende!
Übrigens: „Die Saat“ ist der erste Band einer Trilogie. Hoffentlich findet Del Toro neben all seinen anderen Projekten noch Zeit für die beiden folgenden Bände!
