Ein Kommentar des Übersetzers von “Glister“, Bernhard Robben, hat mich auf etwas aufmerksam gemacht: die Vernachlässigung der Übersetzung bei einer Buchrezension.
Ich habe grosse Hochachtung vor dieser Berufsgruppe, Menschen, die Literatur von einer Sprache in eine andere übersetzen. Es ist keine leichte Aufgabe, manchmal undankbar und (wie man hört) auch noch schlecht bezahlt.
Leider (für die Zunft der Übersetzer) ist es aber auch so, dass eine gut gemachte Übersetzung nicht auffällt. Nur wenn sie schlecht oder fehlerhaft ist, dann bemerkt man sie. Wie bei einem Dachdecker: kein Mensch ruft ihn an um zu sagen, dass ein Dach dicht ist. Aber wenn es durchregnet – oh weh!
Es gibt einige wenige Fälle, in denen ich mir Gedanken über die Übersetzung eines Buchs mache: bei “Moby-Dick”, weil es so viele unterschiedliche Übersetzungen gibt, bei “House of Leaves“, weil es kaum übersetzbar ist oder zum Beispiel bei “Wer länger lebt, ist später tot“, weil hier die Übersetzung teilweise ziemlich schlampig ist. In der Regel aber nehme ich die Übersetzung einfach als gegeben hin.
Ganz grundsätzlich möchte ich hier also alle Übersetzer loben, die ich nicht speziell erwähne. Euer Dach ist dicht! Gute Arbeit! Und ich werde mich bemühen, in Zukunft wenigstens mal die Namen zu erwähnen…
13. Oktober 2009 um 18:37
Lang solln sie leben, aber hallo, und gut! Ich hab mal angefangen, ein abseitiges Buch von Neil Gaiman zu übersetzen, weil’s das eine Ewigkeit nicht auf Deutsch gab (später dann doch), und hab eine Vorstellung, was die alle Tage leisten.
Gerade ist mir ein wahrer Übersetzer-Kurzkrimi über die erstmals vollständigen Gedichte von Walt Whitman in der taz unterlaufen. Geradezu anrührend, werd ich wohl demnächst bloggen.