Der Umstieg auf Linux war erfolgreich. Mein Rechner läuft wieder.War gar nicht so schwer. Vor vier oder fünf Jahren habe ich schon einmal versucht, auf Linux umzusteigen, scheiterte aber damals kläglich. Wenn ich mich richtig erinnere, war es die Installation der Grafikkarte, die damals einfach nicht funktionierte. Das ist auch heute noch einer der Schwachpunkte von Linux – nach allem, was ich gelesen habe. Tatsächlich hatte ich aber damit gar keine Probleme!
Das wunderbare an Linux für Einsteiger sind die LIVE-CDs. Darauf findet man ein bootfähiges, vollständiges System. Und das von so ziemlich jeder Distribution, die erhältlich ist. Ausprobiert habe ich zuerst openSUSE 10.3. Das hat mir schon ziemlich gut gefallen. Nach wenigen Einstellungen lief der Bildschirm mit der gewünschten Auflösung von 1680*1050, und wenig später klappte es auch mit der 3D-Karte (NVidia Geforce Go 7900 GTX). Der wunderschöne Gnome-Desktop mit 3D-Effekten in ganzer Pracht.
Zwischendurch musste ich nochmal WinXP installieren, weil die Software zur Steuererklärung nun mal nur unter Windows lief und ich (noch) nicht in der Lage war, das unter Linux zu „emulieren“ (?) Im direkten Vergleich ist die Installation von WIndows XP sowas von altbacken und unästhetisch, verglichen mit Linux. (Gerechterweise muss man natürlich sagen, daß Linux ja auch immer brandneu ist, Windows XP aber schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hat…) Mein nächster Linux-Test war eine Live-Version des KDE 4 – Desktops. Der mich aber nicht überzeugen konnte. Mal auf die finale Version warten. Aber der Gnome – Desktop erscheint mir einfach griffiger. Also habe ich mal Ubuntu ausprobiert, Version 7.10 „Gutsy Gibbon“. Und das war’s! Schon beim ersten Start die korrekte Auflösung! Ein wunderbar aufgeräumter Desktop, oben eine Startleiste mit „Anwendungen“, „Orte“ und „System“, daneben Schnellstart-Icons für Firefox und das Evolution-E-Mail-Programm. Nach ein wenig rumprobieren (Pakete nachinstalliert, Flash-Plugin installiert) stand fest: damit kann man arbeiten. Also habe ich’s von der Live-Version aus installiert. Das ist so einfach! Wenige Fragen (Zeitzone, Land usw.) beantwortet, Benutzername und Passwort festgelegt. FERTIG! Die ganze Installation hat maximal 20 Minuten gedauert! Und danach war der Rechner betriebsbereit! Mit OpenOffice, mit Gimp, mit Firefox, mit Spielen und allem was man sich nur wünschen kann. Die Grafikkarten-Installation war ein Klacks – das System fragt, ob ich den Treiber von NVidia installieren will, ich klicke auf „Ja“ – fertig. Das ist unter Windows komplizierter. Dann noch die automatischen Aktualisierungen installiert, ein paar Programme (Inkscape, FrozenBubbles, Planet Penguin Racer) dazu – FERTIG. Das ist vorbildlich! Ich bin absolut begeistert. Jetzt schreibe ich diesen Text auf einem Texteditor, der viel komfortabler ist als der von Windows und von dem aus ich trotzdem den Text einfach in WordPress einfügen kann (anders als aus Word).
Update #1 (31.3.08): Ganz so leicht war es mit der Grafik denn doch nicht. Zwar wird korrekt der NVidia-Treiber installiert, auch die Auflösung lässt sich einstellen. Aber mit einer Bildwiederholfrequenz von nur 50 Hz! Nach einigem rumprobieren komme ich auf 56 Hz (?!). Warum nicht 60? Schlauer Tipp aus einem Buch: xorg.conf manuell ändern. Unter „modes“ steht aber schon korrekt „1680*1050@60″. Sicherheitshalber habe ich alle anderen Auflösungen gelöscht, mit dem Ergebnis, daß in der entsprechenden Anzeige jetzt wieder 50 Hz steht. Grübelgrübel. Da muß ich wohl nochmal ran…
Update #2 (8.5.08): Die Grafik ist nach wie vor ein Problem. Lässt sich nicht korrekt einstellen. Mittlerweile auf Ubunto 8.04 „Hardy Heron“ upgedatet, das hat aber in der Sache auch nichts gebracht. Andererseits – wer braucht schon eine 3D-Karte unter Linux? Im Moment bin ich ganz zufrieden so wie’s ist. Die Bildschirmdarstellung ist befriedigend, Eyecandy wie „compiz“ gibt’s halt nicht, aber darauf kann man durchaus verzichten. Kommt Zeit, kommt Rat, kommt neuer Treiber… ;)
Update #3 (24.8.08): Die Installation des passenden Grafiktreibers ist unter Linux eher noch aufwändiger als unter Windows. Ein Tool schafft Abhilfe: EnvyNG von Alberto Milone. Mit einem Klick installiert (oder deinstalliert) man NVidia oder ATI-Treiber. Das Programm nimmt dem Nutzer alle Arbeit ab. Damit ist das so einfach, dass man sogar im „normalen“ Betrieb ohne 3D-Treiber arbeiten kann – und wenn es notwendig wird (z.B. zum Spielen von Warzone2100) einfach die 3D-Beschleunigung installiert – Rechner neu starten, fertig.
