Karl Ove Knausgard: Alles hat seine Zeit

LesetagebuchIch habe jetzt begonnen, einen ziemlich umfangreiches Buch zu lesen: Alles hat seine Zeit. Der Titel erscheint im August ’07 bei Luchterhand für 21,95. In Norwegen wurde das Buch bereits gelobt, ja gefeiert – als „Weltliteratur“ von der Presse gepriesen.
Nach den ersten hundert Seiten bin ich geneigt, dem zuzustimmen!
Das Thema ist recht eigenartig: Engel. Und zwar die biblischen. Gibt es sie, hat es sie gegeben, woher kommen sie, wie sind sie? Um diese Fragen zu beantworten, werden Geschichten der Bibel nacherzählt. Von der Zerstörung Sodoms und Gomorrahs, vom Südenfall, Kain und Abel, der Arche Noah…

Gerade habe ich den Anfang der Geschichte von Kain und Abel gelesen und bin tief berührt. So menschlich habe ich diese Geschichte noch nie gelesen. Der Autor macht wirkliche Personen aus diesen biblischen Gestalten, mit Gefühlen, die man nachvollziehen kann. Kain ist nicht das Monster, das seinen grundguten Bruder hinschlachtet, sondern ein verschlossener, schwieriger Mensch, der seinen kleinen Bruder liebt, auch wenn er ihn nicht verstehen kann. Und Abel ist so gut auch nicht…

Von diesen Nacherzählungen abgesehen, enthält das vielschichtige Buch auch Passagen, die fast wie historische oder theologische Fachliteratur klingen – sich aber durchaus lesen lassen. Überhaupt ist die Sprache einer der großen Pluspunkte des Buches. Knausgard hat keine Angst vor großen Worten, könnte man sagen. Warum auch – er kann damit umgehen. Und ein Autor, der im Grunde ja die Bibel nacherzählt, sollte das auch können.

Alles hat seine ZeitAlso: bisher ganz sicher ein Lesetipp, für jeden, der – auch wenn er nicht „gläubig“ ist – die Bibel für eine Sammlung erstaunlicher Geschichten hält. Und für jeden, der sich für Menschen interessiert, die dies tun!

Ich werde weiterlesen!

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