Karl Ove Knausgard: Alles hat seine Zeit – Nachtrag 2

LesetagebuchDie Sintflut: (passend zum aktuellen Wetter…)
Auch hier zeigt sich wieder, was ein guter Erzähler aus einer einfachen Geschichte machen kann. In Knausgards Version ist Noah ein Albino, seine empfindliche Haut erlaubt es ihm nicht, im Tageslicht das Haus zu verlassen – und wenn, dann nur vermummt. So kann er garnicht anders als ein Außenseiter zu werden; die Frage bleibt offen, ob er aufgrund der Umstände so empfindsam und „gerecht“ ist, oder ob es eine Eigenschaft ist, die ihm angeboren ist. In jedem Fall ist Noah anders und das schildert der Autor ausführlich in der Geschichte von Noahs Kindheit und Jugend.
Wieder, wie schon bei Kain und Abel, wird das menschliche in den Vordergrund gestellt, das alltägliche Leben, in das plötzlich Gott eingreift.

Ich bin noch nicht ganz durch, das liegt aber daran, daß ich dummerweise beim Durchblättern bereits eine Stelle gelesen habe, an der eine Person stirbt – und ich scheue mich ein wenig, diese Stelle wieder zu lesen, weil ich jetzt weiß, wieviel Leid und Trauer durch den Tod ausgelöst werden wird. Aber das ist ein großes Verdienst Knausgards – er stellt die biblischen Gestalten so nachfühlbar dar, daß man wirklich mit ihnen trauern kann…

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2 Gedanken zu “Karl Ove Knausgard: Alles hat seine Zeit – Nachtrag 2”

  1. Das klingt ja sehr spannend. Schon allein wegen des Titels werde ich mir das Buch kaufen, denn dieser Spruch aus dem AT gefällt mir schon immer. Ich muss mal schnell googeln, um etwas über den Autor zu erfahren. Bis jetzt habe ich noch nichts von ihm gelesen.
    Danke jedenfalls für den Hinweis.
    Schönen Tag noch.

  2. „Alles hat seine Zeit“ ist auch der erste Titel, der von Knausgard auf deutsch erscheint. Allerdings ist er in seiner Heimat bereits mit dem Vorgänger des Buches bekannt geworden…

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