World in Conflict – der kalte Krieg

Nochmal ein Ausflug ins Genre der PC-Spiele: World in Conflict ist ein Echtzeitstrategie-Spiel, in dem der Spieler seine Einheiten in freier 3D-Ansicht kommandiert. Je erfolgreicher man seine Ziele erreicht, desto mehr „Reinforcement“-Punkte erhält man, mit denen man wieder neue Einheiten anfordern kann.
Das ganze ist grafisch ziemlich eindrucksvoll, läuft auf meinem Rechner flüssig im mittleren Detailgrad.

Aber das alles ist nicht das, worum es mir geht. Es ist das Szenario, das mir eine Gänsehaut verursacht: Das Jahr ist 1989 und der Kriegsschauplatz sind die USA. Die UdSSR hat eine Invasion begonnen, von der die Amerikaner völlig überrascht wurden. Kein Atomschlag, sondern ein konventioneller Angriff auf das Gebiet der USA…
Keine Ahnung, wie das bei den „jüngeren“ wirkt, aber ich (Jahrgang 1968) bin mit solchen Vorstellungen aufgewachsen. Für mich war es immer eine real existierende Möglichkeit, daß es zu einem solchen Konflikt kommen könnte.
Jetzt sehe ich die Trailer zu diesem Spiel, sehe einen russischen BMP über einen VW Golf poltern, amerikanische Soldaten im Häuserkampf vor einem BurgerKing – und bei solchen Bildern läuft es mir halt kalt den Rücken runter. Was haben wir doch für ein Glück gehabt, daß es nicht so weit gekommen ist!
Und das führt zum nächsten Gedanken: kann es noch dazu kommen? Nach 1989 in der realen Welt hatten wir doch alle so ein bisschen das Gefühl, daß es vorbei sei – kalter Krieg und all das. Aber Herr Putin macht eines deutlich: es ist nicht vorbei. Wie auch, immerhin geht die Geschichte weiter, Russland und die USA existieren weiter, es gibt kein „Game over“ wie im PC. Hoffen wir, daß wir nicht wieder da landen, wo wir vor zwanzig Jahren standen…