Karl Ove Knausgard: Alles hat seine Zeit – Fazit

LesetagebuchNun bin ich durch, und keinen Tag zu früh, denn gestern abend habe ich eine Benachrichtigung vom Luchterhand Verlag bekommen: „Alles hat seine Zeit“ befindet sich in der Auslieferung. In den nächsten Tagen also ist das Buch beim Buchhändler Ihres Vertrauens und Sie können es kaufen. Und das sollten Sie auch tun!

Zwar wird wie befürchtet die Luft ein bisschen dünn beim Lesen nach der Sintflut. Man hat das Gefühl, als würde man ein komplett neues Buch anfangen, auch wenn das Thema Engel natürlich wieder auftaucht. Eher in der theoretischen Form, wie schon früher im Buch gelegentlich, die Geschichten, die erzählt werden (von Hesekiel, von Henoch, von Lot) sind kürzer und haben nicht mehr die Tiefe wie die vorhergehenden. Und über das Ende muß ich noch ein Weilchen nachdenken. Aber egal: das ist kein Thriller, der von einem rasanten Finale lebt! Das ist ein nachdenkliches Buch über Menschen und (ein wenig) über Gott. Weder muß man an Gott oder die Engel glauben, noch muß man besonders bibelfest sein. (Obwohl: ich gebe zu, ich habe meine Bibel mal rausgesucht um zu sehen, was da denn drinsteht.) Es ist ein ganz bemerkenswertes Stück Literatur und stellenweise so schön wie kaum ein anderes Buch der letzten Jahre. Knausgard kann das hohe Niveau nicht überall halten, aber das ist nicht weiter schlimm – selbst wenn man tatsächlich nach der Erzählung der Sintflut aufhören würde, wäre das Geld gut angelegt.

Mein Tipp: KAUFEN! (und Lesen!)

Karl Ove Knausgard: Alles hat seine Zeit
21,95 €, 640 S., Luchterhand, ISBN-13: 978-3-630-87264-3