Dan Brown: Diabolus

DiabolusAus gegebenem Anlass (am 7. September war der Erstverkaufstag der Taschenbuch-Ausgabe) eine kleine Kritik zu „Diabolus“, Dan Browns Erstling. (Für alle, die das noch nicht wissen: „Diabolus“ ist lange vor „Illuminati“ & „Sakrileg“ erschienen, es wollte bloß kein deutscher Verlag haben – warum nur?)

„Diabolus“ hat es natürlich schwer, weil das Buch hier in Deutschland nach „Illuminati“ & „Sakrileg“ erschienen ist und sich an diesen beiden messen lassen muß. Und es kommt an beide nicht heran. Nicht mal annährend. Die Geschichte ist fast noch hanebüchener als in den beiden Erfolgstiteln, der Held (der gleiche wie in „Illuminati“ & „Sakrileg“) ist noch unglaubwürdiger. Aber noch schlimmer ist: trotz des irreführenden deutschen Titels (das Original heißt „Digital Fortress“) kommt kein bißchen altertümliche oder gar kirchliche Verschwörerei vor! Es geht um die NSA, einen supergeheimen Supercode und einen noch viel geheimeren Supercomputer. Dummerweise ist die ganze Geschichte so durchschaubar, daß spätestens nach zwei Dritteln des Buches jeder einigermaßen intelligente Leser die „überraschende“ Auflösung erraten hat. Man wundert sich eigentlich bloß noch, warum die Personen in der Geschichte das nicht kapieren…

Wäre das ein Titel eines völlig unbekannten Autors (was es im Grunde ja ist!), dann könnte man ein Auge zudrücken und es als „Standard-Thriller“ einordnen. Aber es ist halt ein Dan Brown – und weil es bessere gibt (von ihm und von anderen) sollte man lieber die Finger davonlassen. „Diabolus“ ist die Zeit nicht wert.

4 Gedanken zu “Dan Brown: Diabolus”

  1. ich hab alle Browns gelesen.
    und mich über jeden geärgert!
    und trotzdem den Nächsten gelesen😦
    warum nur?
    sehr wahrscheinlich hat das so ne Bildzeitungsfaszination? Oder ist einfach sowas wie Kaugummi für’s Gerhirn?
    Gott sei Dank kommt schon ne ganze Weile kein neuer von Brown raus…

  2. Das hat man davon, dass man deinen Blog nicht stündlich liest! Mein Mann musste dieses Buch zumindest unbedingt haben.
    Ich höre/sehe ihn schon jammernd auf der Couch liegen …

  3. Ich finde, dass ab und zu ein Verriss nicht zu umgehen ist. Man schimpft ja auch über schlechte Staubsauger, warum sollte man literarische Machwerke nicht auch als solche bezeichnen? Natürlich sollte ein Verriss fair sein und das wenige Gute an einem ansonsten schlechten Buch loben, denn auch ein schlechtes Buch hat meistens ein paar lesbare Seiten.

  4. @ Norella – danke für den Kommentar, und ich hoffe, ich bin fair zu „Diabolus“. Das Buch muß sich halt an anderen Titeln von Dan Brown messen, und da kann es nicht mithalten.

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