Jonathan Littell: Die Wohlgesinnten

Die Wohlgesinnten (Marginalien)Erscheint im Februar 2008. Jetzt hat der Verlag vorab einen „Marginalienband“ an den Buchhandel verschickt, der – in erweiterter Form – auch bei Erscheinen des Buches in den Handel kommen soll. Littell ist zwar Amerikaner, sein Buch hat er aber auf französisch geschrieben, und nur in dieser Sprache ist es bisher erhältlich. Weshalb ich mich (aufgrund ziemlich unzureichender Französischkenntnisse) auch erstmal nur auf eben diesen Marginalienband beziehen kann.

Bei seinem Erscheinen 2006 war das Buch in Frankreich eine Sensation, hat den Romanpreis der Académie francaise erhalten und den Prix Goncourt. Verglichen mit Tolstois „Krieg und Frieden“ und anderen Werken den Weltliteratur. Inhalt laut wikipedia:

„Das Werk ist ein 900 Seiten starker fiktiver Monolog des reuelosen SS-Offiziers Dr. iur. Maximilian Aue, der detailliert von Ereignissen während des Zweiten Weltkrieges und insbesondere vom Holocaust berichtet.“

(Die deutsche Ausgabe soll ca. 1300 Seiten stark sein…)

Also: der Marginalienband. Beginnt mit einem Brief an die Übersetzer, in dem Littell genaue Anweisungen gibt, wie sein Buch zu übersetzen sei. Nachdem ich diesen Brief gelesen hatte, dachte ich bei mir „So ein borniertes, kleines A…loch!“ (Das ist eine unprofessionelle Einstellung, aber trotzdem…) Ich gebe zu, das anschließende Gespräch mit Pierre Nora hat diesen Eindruck ein wenig relativiert, Littell hat da einige Gedanken geäußert, die ich nachvollziehen konnte. Aber auch darin erschien mir der Autor ziemlich von sich eingenommen…

Ich bin wirklich auf das Buch gespannt. Selten habe ich bei einem Erstlingsroman eine so vorgefasste, negative Meinung über den Autor gehabt. Wir werden sehen.

5.2.08: Ganz frisch – Die FAZ bietet die ersten 120 Seiten vorab an, unter „Reading room“ und mit diversen Extras… (Danke an Bernd für den Hinweis!)