Die Zukunft: einst & jetzt & überhaupt…

Eigentlich ein Kommentar zu: Moby Sonnendeck von Wolf!

Genau. Eigentlich wollte ich nur den Artikel kommentieren und die Kommentare, die schon abgegeben wurden. Aber irgendwie lief das dann aus dem Ruder, sprengte den Rahmen. Also hier jetzt ein kompletter Post dazu. Erstmal aber lesen, worum es geht! (Spätestens jetzt!)

RoundguyLuftschiffe und Wohnungen in der Luft? In den Niederlanden wird die Öffnung (statt Erhöhung) der Deiche propagiert. Man könne ohnehin nicht so hoch bauen, wie die See zu steigen in der Lage sei – also lieber gleich das Meer hereinlassen. Damit Holland nicht untergeht, sollen schwimmende Häuser & ganze schwimmende Städte gebaut werden. Erste Versuche in diese Richtung gibt es bereits einige… (Foto © WaterStudio.nl)

Links dazu: hier, hier und hier. (Und auch in Deutschland.)

Wie Wolf aber sehr treffend schreibt:

Solche Wohnvisionen waren aber auch immer mit Katastrophen wie Überbevölkerung und Atomkrieg assoziiert…

In den Niederlanden sind es Überschwemmungen (nach 1953 eine verständliche Sorge), sonstwo vielleicht Erdbeben oder schlicht Überbevölkerung. Keines der Konzepte schützt aber vor allen Risiken! Was hilft mir ein Haus, das an sechs Meter hohen Pfosten aufsteigen kann, wenn die Flut höher ist? Was nutzt ein fliegendes Eigenheim bei Tornados? Und bei einem Atomkrieg hilft auch der private Schutzraum nicht wirklich…

Bombshelter (Time, Juni 1959)

Bomb Shelter, © Time, Juli 1959

Aber genauso sind wir gestrickt: immer vorsorgen für die nächstmögliche Katastrophe. Ich selbst bin auch nicht anders – nachdem 2006 der eine oder andere Stromausfall Deutschland „erschütterte“, habe ich mir zwei Taschenlampen mit Kurbelbetrieb besorgt. Wenn schon kein Strom, dann wenigstens nicht im Dunkeln stehen. Ebenso schlicht funktionieren auch die Wohnkonzepte der Zukunft – zumindest die, die nicht einfach nur mehr Menschen auf gleichem Raum unterbringen wollen. Wenn schon Überschwemmung, dann obenauf schwimmen! Das ist halt das gleiche primitive (nicht abwertend gemeint) Sicherheitsdenken, daß unsere Urahnen dazu brachte, lieber in Höhlen zu übernachten statt unter freiem Himmel…

Und dann noch ein Gedanke zu den „Zukunftsbüchern“ von damals…

Ich hatte in den 70ern ein Zukunftsbuch, in dem Professor Primus von Quack erklärte, wie es im Jahr 2000 aussieht…

schreibt Wolf. Hatte ich auch. Nicht von PvQ, aber halt auch eines, in dem die Welt des Jahres 2000 in wunderbaren Farben und Bildern ausgemalt wurde. Städte auf und unter dem Meer, in der Luft und auf dem Mond. Fliegende Autos für jedermann. Der Weltraum erobert, die Erde untertan gemacht. Natürlich kein Wort von Überbevölkerung, Artensterben und Umweltsch(m)utz. War ja auch ein Kinderbuch. Aber: auch kein Wort von Computern oder gar Internet. Denn das war damals absolut nicht vorhersehbar.

„Aber für was ist das gut?“ (Ein IBM-Ingenieur über den Microprozessor, 1968) (Quelle: www.informatik-kfm.de)

Heute wissen wir natürlich alle, für was das gut ist. Ein Leben ohne Internet ist für die meisten von uns nicht mehr denkbar. Vielleicht würde es sogar wirklich schwierig werden. Aber: was ist denn das Internet? Doch eigentlich nur ein Werkzeug. Ein Kommunikationsmedium. Das Internet produziert nichts im herkömmlichen Sinn. Es verwaltet nur. Was ist die bekannteste Firma im Bereich Internet? Wohl Google. Eine Suchmaschine! Eine Firma, die Geld damit verdient (nicht mehr ausschließlich, ich weiß) Inhalte zugänglich zu machen. Inhalte, die sie nicht selbst erzeugt hat.

Könnte es aber sein, daß das Internet sich verselbstständigt hat? Ein Werkzeug, daß zum Selbstzweck geworden ist? Ich habe im Moment keine Ahnung, wieviele Menschen es sind, aber sicher arbeiten Millionen heller Köpfe daran, daß noch mehr Leute noch schneller im Internet unterwegs sein können. Wenn all dieser Aufwand, diese Resourcen, diese Zeit in andere Projekte gesteckt worden wäre – vielleicht sähe unsere Welt der aus den Zukunftsbüchern von damals ähnlicher?

Jacque Fresco – „self-taught futurist“