Gibson & McCarthy – two countries…

Gleich zwei Bücher sind gerade auf deutsch erschienen, bzw. erscheinen sehr bald auf deutsch, deren englische Ausgaben noch auf meinem Lesestapel thronen.

No Country for Old MenDa ist zum einen Cormac McCarthys No Country for Old Men, spätestens seit der Oscar-prämierten Filmadaption in aller Munde (und ab dem 10. März auch auf deutsch zu haben als „Kein Land für alte Männer“ im Rowohlt-Verlag). Wie anderswo schon mal erwähnt, habe ich das erste Kapitel gelesen, aber darin wurde mir zuviel gemordet. Ich bin ein Fan von McCarthy, nicht erst seit „Die Straße„, sein Debut „All die schönen Pferde“ ist eines der schönsten Bücher, die ich kenne. Aber er ist auch ein Meister in der Beschreibung des Bösen. Ich denke, No Country for Old Men wird noch ein wenig länger auf mich warten müssen…

Spook CountryDas andere Buch ist William Gibsons Spook Country, vor wenigen Tagen auf deutsch erschienen bei Klett-Cotta unter dem merkwürdigen Titel „Quellcode“. Der Titel hat nicht nur mit dem Originaltitel wenig gemein, auch mit der Handlung des Buchs nicht! (Vgl. hierzu auch den Artikel in der WamS Literatur-Beilage vom 9.3.2008.) Spook Country ist wie zuvor Pattern Recognition kein Science-Fiction-Roman. Möglicherweise möchte der deutsche Verlag es den Lesern aber ein bisschen leichter machen, im Autor von „Quellcode“ den Autor der Neuromancer-Trilogie wieder zu erkennen. Darum ein Titel, der wenigstens entfernt etwas mit Computern zu tun hat…? Gibsons Bücher waren noch nie besonders zugänglich, man brauchte immer einige Seiten, bis man so ungefähr verstand, um was es ging. Das ist im SF-Genre nicht unüblich, ganz im Gegenteil. Schließlich wird eine fremde Welt vorgestellt, niemand erwartet, daß er gleich zu Anfang alles begreift. Verläßt man die SF, dann wird es etwas schwieriger. Jetzt schreibt Gibson über unsere Gegenwart, die iPod-Generation. Wenn man 50 Seiten braucht, bis man eine Ahnung bekommt, wovon das Buch vielleicht handelt, dann ist das ein Vertrauensvorschuss, den nicht viele Autoren erhalten. Gibson sollte man diesen Vorschuss gewähren, denn – ganz gleich was er schreibt – es ist immer wert, gelesen zu werden!

Beide Bücher werden zu gegebener Zeit eine ordentliche Rezension erhalten!

William Gibson zuerst! HIER
Cormac McCarthy aber auch! HIER

Ein Gedanke zu “Gibson & McCarthy – two countries…”

  1. „Mustererkennung“ hat mir sehr gut gefallen. Ich werde mir den neuen Gibson also früher oder später „antun“😉

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