Lee Child: Nothing to Lose (Teil 1)

Da ist er endlich, langerwartet! Jack Reacher ist wieder da, und er ist besser als die letzten Bände erwarten ließen! (The Hard Way und Bad Luck and Trouble waren immer noch allerbeste Thriller-Kost, aber etwas weniger brillant als z.B. Persuader oder Die Trying.) Hier sind aber Reacher und Lee Child wieder in Hochform.

Diesmal ist unser aller liebster Ex-MP auf dem Weg quer durch die USA und macht Station in einer Stadt namens Hope. Als er erfährt, daß die Nachbarstadt den Namen Despair trägt, beschließt er, einen kleinen Umweg in diese Richtung zu machen:

And then in Hope he had looked at a map and seen Despair seventeen miles further west and had been unable to resist the detour. Once or twice in his life he had made the same trip metaphorically. Now he figured he should make it for real, since the opportunity was right there in front of him.

Natürlich entpuppt sich Despair als ziemlich ungastlich, tatsächlich versucht man Reacher sofort aus der Stadt zu werfen. Und genau so natürlich ist es, daß Reacher sich so etwas nicht bieten lässt und anfängt, neugierig zu werden. Warum will man in Despair mit allen Mitteln Fremde fernhalten? Warum aber nur aus der Stadt werfen, auch wenn sie sich strafbar gemacht haben? (Einen Deputy zusammenschlagen ist ein Vergehen…) Je mehr Reacher nachforscht, auf desto mehr Widerstand trifft er. Und wer schon einen Jack-Reacher-Roman gelesen hat, der weiß, was die Folge davon nur sein kann.

Nachdem Reacher die Polizei von Despair ausgeschaltet hat, macht er sich daran, die Hintermänner ausfindig zu machen. Dabei auf seiner Seite, wie immer, der Zufall, seine außerordentlichen Fähigkeiten und eine hübsche Frau…

In einigen Dingen unterscheidet sich dieser Band von vorhergehenden. So gibt es zum Beispiel bislang zwei Stellen, an denen erwähnt wird, daß Reacher eine Entscheidung bedauert, die er getroffen hat. Sehr ungewöhnlich. Außerdem braucht es bis weit über Seite 250, bis er mit seiner hübschen Gefährtin im Bett landet. Das dauert doch sonst nicht so lange! Und er scheint auch ein wenig älter zu sein – die 20jährigen Mädchen fühlen sich nicht mehr von ihm angezogen…

Trotzdem: ein hochspannender Spitzenthriller, Reacher ist einfach DER Actionheld schlechthin. Ganz große Klasse!