Lincoln Child: Deep Storm (dt. „Wächter der Tiefe“)

Deep StormBücher übers Meer haben einen ganz besonderen Reiz. Darum habe ich diesen Thriller von Lincoln Child gelesen. Child ist Teil des Autorenteams Douglas Preston / Lincoln Child, das durchaus passable Thriller geliefert hat: „Ice Ship“, „Mount Dragon“ und vor allem „Relic“. Allesamt gut geschrieben, ordentlich recherchiert und unglaublich spannend. Beide schreiben auch solo, Preston z.B. „Der Canyon“. Nun also Child.

In „Deep Storm“ begleiten wir den Marine-Arzt Peter Crane, der auf eine Bohrinsel im Atlantik gerufen wird. Schnell wird klar, daß es sich nicht um einen gewöhnlichen medizinischen Notfall handelt. Dreitausend Meter unter der Bohrinsel hat die US-Regierung eine streng geheime Forschungsstation eingerichtet. Ihr Ziel: das zu erforschen, was bei den Ölbohrungen gefunden wurde. Alles deutet darauf hin, daß die Forscher auf die Überreste von Atlantis gestoßen sind. Doch das ist erst der Anfang. Auf der Station mehren sich seltsame Krankheitsfälle, mysteriöse Artefakte tauchen auf, ein Saboteur treibt sein Unwesen. Und schließlich steht nicht nur die Existenz der Erde auf dem Spiel…

„Deep Storm“ ist eine Achterbahnfahrt unter der Meeresoberfläche, ein wilder Ritt. Ziemlich gekonnt mischt Child Elemente des Mystery-Thrillers mit SF und Medizin-Krimi. Das ab und an die Glaubwürdigkeit ein wenig auf der Strecke bleibt, merkt man kaum – so spannend wird das alles erzählt. Und Peter Crane hat vielleicht nicht wirklich „Tiefe“, ist aber als Held eines Action-Reißers durchaus überzeugend.

Fazit: Ein außerordentlich kurzweiliger Thriller, ideale Feierabend-Lektüre. Mr. Child kommt auch ohne Mr. Preston sehr gut zurecht…

P.S.: Im Herbst 2008 wird „Deep Storm“ auch auf Deutsch erscheinen, als „Wächter der Tiefe„.