Alan Bennett: The Uncommon Reader (dt. „Die souveräne Leserin“)

The Uncommon ReaderEin merkwürdiges Buch ist das hier. Eines, von dem ich ganz sicher war, dass wir es nie in einer deutschen Übersetzung sehen würden – zu britisch ist das Ganze. Aber: weit gefehlt. Es wird (laut amazon im August) im Verlag Klaus Wagenbach als „Die souveräne Leserin“ erscheinen…

Es geht um die Queen, die durch einen merkwürdigen Zufall ihre Liebe zur Literatur entdeckt und übers Lesen ihre Amtsgeschäfte vernachlässigt. Natürlich ist das vielen ein Dorn im Auge, besonders ihr Privatsekretär will sie wieder auf den „richtigen Weg“ bringen…

Das hört sich witzig an, skurril, und ist es auch – eine Weile. Aber der Witz verliert sich bald, die trockenen Kommentare des königlichen Gatten sind selten. Und über die Bücher, die Majestät liest, erfahren wir auch erstaunlich wenig. Die Königin liest fast ausschliesslich englische Klassiker (abgesehen von Jean Genet und Marcel Proust vielleicht), doch was sie von ihnen hält, wird uns selten verraten. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass zu viel Lesen auch nicht das Wahre ist. Und dass die Queen es nicht leicht hat und eine sehr nette und kluge ältere Dame ist.

UPDATE 5.3.09: Wahrscheinlich der Überraschungserfolg des Winters! Wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste! Das freut mich für Wagenbach, die schon immer wunderschöne Bücher gemacht haben. (Erinnert sich noch jemand an die „Quarthefte“? Den ganzen Erich Fried habe ich in dieser Ausgabe im Regal stehen…)