Christian v. Ditfurth: Der 21. Juli

20. Juli 2008: Heute jährt sich einmal wieder der Jahrestag des missglückten Hitler-Attentats durch Graf Stauffenberg. Grund genug, einen Roman zu empfehlen, der sich des Themas auf interessante Weise annimmt. In „Der 21. Juli“ wird geschildert, was hätte sein können, wenn das Attentat geglückt wäre.
Christian v. Ditfurth ist Historiker und Schriftsteller, seine Romane (z.B. auch „Die Mauer steht am Rhein“) zeichnen sich aus durch eine kenntnisreiche Beschreibung historischer Zusammenhänge. So auch hier. Was wäre geschehen, wenn Hitler getötet worden wäre. Manch einer glaubt (oder hat das Gefühl), dass dann sofort die Demokratie „ausgebrochen“ wäre. Von Ditfurth zeigt uns eine viel erschreckendere – und wahrscheinlichere – Variante. Aus dem Klappentext:

20. Juli 1944: Adolf Hitler wird beim Attentat der Verschwörer um Graf Stauffenberg getötet.

21. Juli 1944: Eine Regierung der Nationalen Versöhnung übernimmt die Macht.

6. Mai 1945: Minsk wird durch eine Atombombe der Deutschen zerstört.

9. Mai 1945: Das Deutsche Reich zwingt die Alliierten zum Friedensschluss und wird zur dritten Weltmacht neben den USA und der Sowjetunion.

Frühjahr 1953: Heinrich Himmler muss sterben. Ein Himmelfahrtskommando für Knut Werdin.

DItfurth erzählt eine spannende Geschichte, gewürzt mit allen Zutaten: Action, Liebe und Verrat. Aber vor allen Dingen erzählt er von der erschreckenden Möglichkeit, die entstanden wäre, wenn Hitler beim Attentat gestorben wäre. Nicht eine Ära des Friedens und der Demokratie hätte automatisch begonnen. In Ditfurths alternativer Geschichte gewinnen die Nazis den Krieg – ohne ihren Führer. Und sie machen sich daran, auch den Rest der Welt zu erobern.

Ein ausserordentlich lesenswertes Buch. Eine der besten „alternative history“ – Geschichte, die ich kenne. Und immer noch aktuell (auch wenn das Buch schon 2001 erschienen ist).

Ein Gedanke zu “Christian v. Ditfurth: Der 21. Juli”

  1. Ja, dieser Hinweis darauf, daß völlig unbestimmt ist, was im Nachgang passiert wäre, wenn… ist richtig und wichtig. Und daß der Krieg ev. anders gelaufen wäre, wenn der „Gröfaz“ getötet worden wäre, ist durchaus möglich. Wenn – losgelöst vom Hitler-Attentat – an so entscheidender Stelle in ein System eingegriffen wird, ist nie ganz sicher zu sagen, wie es weiterläuft, insbesondere unter so rigiden äußeren Bedingungen, die Planungen ja extrem erschwert haben.

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