Zöliakie, Holland und Albert Heijn

AH-Verpackung

Ein Nachtrag zum Holland-Urlaub

Wie an anderer Stelle schon einmal erwähnt, leidet unsere Tochter unter einer Gluten-Unverträglichkeit (Zöliakie). Das wissen wir seit nicht ganz einem Jahr und so war unser diesjähriger Sommerurlaub der erste, in dem wir uns Gedanken über die Ernährung machen mussten. Das heisst, wir haben unseren Brotbackautomaten eingepackt, Brotbackmischungen und diverse haltbare glutenfreie Lebensmittel wie Nudeln und Knäckebrot. Aber die tägliche Ernährung ist „in der Fremde“ immer ein Problem. In Deutschland ist die Kennzeichnung von Lebensmitteln erstaunlich schlecht, wenn man mal darauf achtet. Bei Schokoriegeln zum Beispiel verstecken sich die Inhaltsangaben gerne unter der Lasche, so dass man gezwungen ist, den Riegel fast zu öffnen, um alles lesen zu können. (Mittlerweile habe ich keine Probleme mehr damit, das zu tun – aber ärgerlich ist es schon!)
Nun waren wir also in Holland, hatten uns vorab über das Internet informiert und gelesen, dass die Supermarktkette Albert Heijn alle Produkte ihrer Hausmarke kennzeichnet. Als wir dort einkauften, waren wir angenehm überrascht – es ist wirklich so! Jeder Artikel der AH-Hausmarke hat ein Feld „Allergie-informatie“, in dem steht, ob Nüsse, Sellerie oder andere Allergieauslöser enthalten sind, unter anderem auch Gluten. Und – noch besser – ALLE glutenfreien Lebensmittel der Hausmarke sind mit dem entsprechenden Symbol gekennzeichnet:

Und zwar haltbare genau so wie frische (z.B. Bratwurst, Hackfleisch)! Besonders für Eltern und Kinder schön: auch die Süssigkeiten von AH sind so markiert. Ein Kind kann also auf einen Blick erkennen, ob etwas geeignet ist oder nicht. Das würde ich mir mal für Deutschland wünschen! Also: Urlaub mit Zöliakie in den Niederlanden ist, dank Albert Heijn, „geen enkele problem“!

Ergänzung:
1.) In Deutschland findet sich sehr oft der Hinweis „kann Spuren von Gluten enthalten“. Das heisst, Produkte, die rezeptorisch glutenfrei sind, könnten verunreinigt sein. Wahrscheinlich ist das eine rechtliche Geschichte, die den Hersteller aus der Verantwortung entlässt – und gleichzeitig verhindert, dass das Glutenfrei-Symbol verwendet werden kann. In Holland scheint es dieses Problem nicht zu geben, sonst wäre die weitreichende Verwendung des Symbols wohl nicht möglich. Stellt sich die Frage, was sinnvoller ist – den Konsumenten darauf hinzuweisen, dass möglicherweise Spuren von Gluten enthalten sind, oder ihm leicht erkennbar zu zeigen, dass das Produkt rezeptorisch glutenfrei ist…
2.) Vielleicht haben andere Supermärkte in den Niederlanden eine ähnliche Politik wie Albert Heijn, das haben wir nicht überprüft. Unser Stammgeschäft war AH (auch schon in den Vorjahren).

5 Gedanken zu “Zöliakie, Holland und Albert Heijn”

  1. Hallo Jessebird,

    ich habe über eine Kollegin ein frisches Brot von Albert Heijn „Pain de Madelein Mais“ erhalten, nach ihrer Aussage glutenfrei.

    Das Symbol auf der Verpackung fehlt allerdings, die Zöliakie-Gesellschaft rät wegen möglicher Kontamination bei der Herstellung vom Verzehr ab.

    Ich bin verunsichert, ob ich das meinen Kindern jetzt zum Probieren anbieten soll oder nicht.

    Hast du dazu einen Tipp? Es eilt ein wenig, noch ist das Brot frisch…

  2. @Murphy: Ohne Experte auf dem Gebiet von frischen Albert-Heijn-Broten zu sein: ich würde es meiner Tochter nicht geben. Nicht wenn es nicht ausdrücklich als glutenfrei gekennzeichnet ist. Man kennt das ja von deutschen „Mais-Broten“ – der Hauptbestandteil ist meistens Weizenmehl. Und selbst wenn’s rezeptorisch glutenfrei wäre, wäre es wahrscheinlich doch „verunreinigt“ durch den Kontakt mit anderen Broten. Also: ich würd’s lassen!

  3. Ja, sind auch meine Gedankengänge….
    Ich recherchiere noch ein bißchen herum, vielleicht krieg ich noch was raus im Zöliakie-Treff…

    Auf jeden Fall danke!

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.