Monika Fagerholm: Das amerikanische Mädchen

Das amerikanische MädchenAus dem ganz jungen Verlag Fahrenheit kommt dieses Buch. In Finnland und anderen skandinavischen Ländern bereits ein Riesenerfolg, ebenso in Frankreich.

Es geht um Eddie de Wire, die Ende der 60er Jahre aus Amerika nach Finnland kommt, dort eine seltsame Gruppe von Teenagern durcheinander bringt und – stirbt. Ermordet wird? Selbstmord begeht? Das bleibt, wie vieles andere in diesem Buch, lange unklar. Die Autorin wechselt immer wieder die Erzählperspektive, springt durch die Zeit, erzählt uns manches im Vorgriff, anderes erst im Nachhinein. Das, zusammen mit der ungewöhnlichen Benennung der Personen (die selten Namen haben, sondern eher durch verwandtschaftliche Beziehungen bezeichnet werden, z.B. der „Kusinenvater“) und den für unsere Ohren seltsamen Ortsbezeichnungen (z.B. „Erste Odde“) macht das ganze Buch sehr verwirrend und äußerst gewöhnungsbedürftig. Allerdings auch, auf eine fast morbide Weise, reizvoll. Was steckt nur hinter dieser seltsam verschachtelten Erzählung, warum sterben haufenweise Menschen? Was hat es mit Eddie auf sich und mit den anderen seltsamen Gestalten?

Der Hinweis im Vorwort des Buchs und auf der Internetseite des Verlags auf eine Ähnlichkeit mir David Lynchs TV-Serie „Twin Peaks“ ist durchaus berechtigt. Hier wie dort wusste man nie, woran man war und was als nächstes geschehen würde. Allerdings lebte „Twin Peaks“ auch sehr von visueller Kunstfertigkeit – die gibt es in einem Roman naturgemäss nicht. Und ob die Geschichte allein so fesselnd ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.
Ich habe das Buch noch nicht komplett gelesen, die ersten fünfzig Seiten sind mir zu verwirrend, da rauchte irgendwann mein Kopf – und das obwohl der Verlag wohlweislich ein Lesezeichen beigelegt hat, auf dem man die Personen noch mal schnell nachschauen kann („Wer war jetzt gleich Bengt? Nicht Björn, oder? Und Bencku?“). Vielleicht ein Buch für lange Winternächte. Mal sehen…

2 Gedanken zu “Monika Fagerholm: Das amerikanische Mädchen”

  1. Stimmt schon. Aber zum ganz lesen reichte es einfach nicht – und zum gar nicht drüber schreiben war’s mir zu schade. Besser doch die Leute neugierig zu machen… Oder?

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