Batman – The Dark Knight

2008 Warner Bros. Ent.
Foto: 2008 Warner Bros. Ent.

„Der erfolgreichste Kinostart aller Zeiten!“ – So verkündet die Werbung. Wird sicher stimmen – aber warum ist das so? Nicht weil Christian Bale, Morgan Freeman und Michael Caine mitspielen, nicht weil es um Batman und den Joker geht. Nicht einmal weil Heath Ledger dabei ist.

Schon vor seinem Start wurde der Film zum Mythos stilisiert – Heath Ledgers letzte Rolle, der Joker, ein psychopathischer Bösewicht, der Ledger gerüchteweise auch nach Drehschluss noch so sehr verfolgte, dass er Beruhigungsmittel nehmen musste, um schlafen zu können. An denen er dann unglücklicherweise starb. Das ist natürlich eine tolle Werbung für einen Film. Und gibt dem Joker eine Tiefe, die ihm das Drehbuch vielleicht nicht allein verliehen hätte. Ein Filmbösewicht, der ganz buchstäblich Menschen tötet. Plötzlich wird viel mehr über den Joker als über Batman geredet und geschrieben. Der Joker als Zivilisationskritik.
Stellt sich allerdings die Frage: empfindet das Publikum das auch so? Erkennen die Millionen, die sich diesen Film anschauen, die tiefen philosophischen Fragen, die in der Figur des Jokers gestellt werden?

„… „The Dark Knight“ sind auch eine Leistungsschau dessen, was die Popkultur nach nunmehr knapp 60 Jahren zu formulieren imstande ist. Und wie sie die Menschen mit den tiefen und unhintergehbaren Fragen ihrer selbst konfrontiert, wie das früher nur Immanuel Kant oder Friedrich Nietzsche für eine elitäre Schicht getan haben. Anders als der gut gelaunte Philosophiekitsch in den Bestsellerlisten, hat sich die amerikanische Kulturindustrie entschlossen, ernst zu machen mit ihrer Kritik an den herrschenden Verhältnissen.

Aus der „Welt am Sonntag“ vom 17.08.2008 – Artikel hier online lesen

Lassen wir uns in einem Batman-Film mit „tiefen und unhintergehbaren Fragen“ konfrontieren? Oder nehmen wir das Böse in Gestalt des Jokers einfach so hin, wie die Tüte Popcorn, die dazu gehört? Immerhin siegt am Ende das Gute, Batman triumphiert und die Welt ist wieder sicher(er). Da kann man doch getrost heim gehen und das ganze als kurzweilige Unterhaltung verbuchen. Und nur ganz wenige (eben „eine elitäre Schicht“) werden sich ein paar Gedanken machen. Die schreiben dann vielleicht eine Kritik wie die in der WamS und loben einen Film, für den sie sich sonst eher geschämt hätten. „Popcorn-Kino? Niemals! Eine philosophische Vorlesung war das! Mit Feuerwerk…“

2 Gedanken zu “Batman – The Dark Knight”

  1. eine ziemlich schlechte kritik. so wie der autor das „popcorn-publikum“ abstempelt, so wenig hat er anscheinend selbst den film verstanden. das „gute“ gewinnt im dark knight eben nicht – im gegenteil!

  2. Mein Artikel ist keine Filmkritik! Er stellt vielmehr die Frage, ob wirklich der Grossteil des Publikums den Film so auffasst, wie es viele Kritiker gerne sähen. Und das bezweifle ich eben. Natürlich wird es manche geben, die auch die Untertöne verstehen – aber das Millionenpublikum geht doch ins Kino um unterhalten zu werden und nicht um sich belehren zu lassen!
    Um diese Diskrepanz geht es in meinem Artikel: auf der einen Seite die sich überschlagenden Kritiker, die philosophische Tiefe und moralische Ambiguität loben, auf der anderen Seite der Durchschnitts-Kino-Geher, der einfach Action und Unterhaltung will und doch eher keine tiefen Einsichten für sein Leben mit nach Hause nimmt…

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