Gewinnspiel !

glueckauf (creative commons)

Beim Vorlesen an einem der vergangenen Abende tauchte in meinem Kopf eine Frage auf, die ich gerne weiter gebe…

In A.A. Milnes „Pu der Bär“, Kapitel 2, finden wir folgende Situation: Pu besucht Kaninchen in dessen Höhle und isst dort so ziemlich alles auf, was zu finden ist. Mit der Folge, dass er an Umfang zulegt und beim herauskriechen im Eingang stecken bleibt. Man ruft Christopher Robin zu Hilfe, der entscheidet, dass Pu dünner werden muss, um gerettet zu werden. Damit ihm die Zeit nicht zu lang wird, wolle man ihm vorlesen. Das Dünnerwerden könne eine Woche dauern.

„Eine Woche!“, sagte Pu düster. „Wie ist es mit den Mahlzeiten?“
„Mahlzeiten wird es, fürchte ich, nicht geben“, sagte Christopher Robin, „wegen des schnelleren Dünnerwerdens. Aber vorlesen werden wir dir.“
Bär wollte gerade seufzen, merkte dann aber, dass er das nicht konnte, weil er so eingeklemmt war; eine Träne rollte ihm die Wange herunter, als er sagte: „Würdest du dann bitte ein gehaltvolles Buch vorlesen, eins, das einem eingeklemmte Bären in starker Bedrängnis Hilfe und Trost spendet?“  (Übersetzung von Harry Rowohlt)

Die Aufgabe für den geneigten Leser* ist leicht: welches Buch würdet ihr Pu vorlesen – und warum? Die beste Idee mit der überzeugendsten Begründung wird von mir zum Sieger gekürt, nach rein subjektiven Gesichtspunkten natürlich. Teilnahme bis einschliesslich 7. September 2008, entweder einfach unten als Kommentar oder unter e-mail jessebird[at]freenet.de. Was gibt’s zu gewinnen? Ein Buch – was sonst. Ich hätte etwas gehaltvolles mit Bär anzubieten: wahlweise Tom Lafarge: Die Zitadelle des Goldenen Bären oder Paul Stewart: Flacherland (darin kommt unter anderem ein primzahlenkundiger Bär vor). Beide Titel gelesen, aber in gutem Zustand. Sollte dem Gewinner davon gar nichts zusagen, dann bin ich sicher, wir können uns trotzdem einigen…

Foto: „Winnie the Pooh, Soviet Style“ von glueckauf (creative commons)

* = ausgenommen sind Familienmitglieder, damit kein Verdacht familieninternen Gemauschels aufkommt!

5 Gedanken zu “Gewinnspiel !”

  1. Naheliegend ist natürlich Fit mit Pu. Des starken Bären natürlicher Weg zu Schönheit und Kraft. Und wo Harry Rowohlt ohnehin schon überall im Spiel ist, darf Pu den Auslassungen seines bärtigeren Kollegen in Pooh’s Corner lauschen. Das darf ich gar nicht so oft zur Hand nehmen, man lacht sich immer noch unweigerlich schlank dabei. (Himmel, das Fitness-Dings ist schon wieder vergriffen… Zur Not tut’s auch Die Bären-Strategie: In der Ruhe liegt die Kraft.)

    Bisschen was Abseitigeres: Bei John Irving kommen doch immer wieder Bären vor. Bis man die Backsteine alle durch-vorgelesen hat, ist das Viech verhungert.

  2. *Schnauf*… komm ich denn noch rechtzeitig? Beim heiligen Buchhändler! – es kam immer was dazwischen. Die leidigen existenzerhaltenden Pflichten!

    Aaalso! Beim Versuch, mich (beim Backofenputzen) mit vollem Körpereinsatz möglichst realitätsnah in die Lage des armen Pu zu versetzen, sowie unter bestmöglicher Berücksichtigung bär-affinen Gehalts fielen mir mitten in einem klaustrophobischen Anfall zwei ultimative Vorschläge ein😉 :

    Der erste ist was fürs Selbstwertgefühl der armen Kreatur, das bekanntlich am ehesten Würde und Durchhaltevermögen konditioniert. Und dafür kommt nur einer in Frage – Mr. W. Kotzwinkle, diesmal ausnahmsweise nicht außerirdisch, denn “Ein Bär will nach oben”. Hal Jam heißt das Rezept, ist die Lieblingsmarmelade des bärischen Helden und auch noch gut genug, als sein Künstlername herzuhalten. Dazu noch ein geklautes Romanmanuskript, das ihn über Nacht zum Star und Bestsellerautor macht. Ein Buch im Trend: voller Sex, Medienrummel und kauzigem Danebenbenehmen abseits vom Mainstream – und mit köstlicher Lachgarantie, auch wenn das traurige Menschlein auf der Strecke bleibt. (Aber wir sind ja grad unter Bären.) Uhund: Lachen macht schlank, weiß doch jeder.🙂 Somit hoffen wir auch den Verdacht einer aufkommenden Essstörung zu vermeiden, da Pu sich auf diese Weise ganz bestimmt nicht durch den Nachnamen des menschlichen Erfolgsautors zu einer aktuell berüchtigten Abnehmmethode animieren lässt.
    Das Ganze überaus empfehlenswert auch für Nicht-Bären.

    Damit wären wir bei Vorschlag zwei: des bestsellernden Herrn Strunks “Fleisch ist mein Gemüse” nämlich. Der seine hülfreiche Wirkung zunächst und vor allem durch seinen bärentröstlichen und -solidarischen Titel entfaltet. Der Untertitel “Eine Landjugend mit Musik” trägt sowohl dem bevorzugten ländlichen Aufenthaltsgebaren von Bären als auch der Tatsache Rechnung, dass mit Musik – und sei es die von Dorfdiscos und Schützenfesten – alles besser geht. Außerdem kömmt einem beim Lachen über fremde Leiden voller fortdauernder Pubertät, Akne und sexueller Nöte (erprobt bereits öffentlich und vor Millionenpublikum) das eigene Schicksal nur noch halb so schlimm vor, oder?

    Außerdem bleiben w i r auch auf diesem Wege dem Namen Rowohlt treu – auch wenn der Harry vom so benannten Verlag nix hören will und bei Zuwiderhandlung mit einem Bußgeld von fümpf Euronen für (Ro)wohl(t)tätige Zwecke droht.😉

  3. ok, ok, ok
    Die letzte Mahnung. Ich hape verstanden😉

    Es muss ein Buch sein, über das man reden kann. Und bei dem die Zeit (immerhin eine Woche) nur so dahin fliegt.

    Da gibt es für mich nur ein Buch, dass in Frage kommt:

    „Eine Billion Dollar“ von Andreas Eschbach.

    Ein spannender Thriller, bei dem man es immer wieder kaum aushalten kann, die nächste Seite umzublättern.

    Und Fragen wirft der Roman auf! Dazu wird kaum die Woche reichen, in der Puh ausharren muss, alles aus zu diskutieren.

    Es geht um Geld. Klar. Aber um so viel Geld, dass wir uns das gar nicht richtig vorstellen können.

    Es geht um Moral & Ethik & Verantwortung. Hört sich dröge an, ist aber so interessant und spannend umgesetzt, dass es mich grad schon wieder juckt, die Schwarte aus dem Regal zu ziehen.

    Es geht um Zinsen. Sowohl für Guthaben, als auch für Schulden. *grins* Abgeschreckt? Puh, lass Dich davon nicht abschrecken. Sowas hast Du noch nicht gelesen! Ein Thema wie „Zinsen“ so spannend umzusetzen, das ist schon eine Kunst, die Eschbach da zelebriert.

    Und es geht um Geschichte. Wo kommt Geld eigentlich her? Wie sind die Finanzmärkte und die „Mächtigen“ überhaupt entstanden?

    Und es geht natürlich um die Zukunft der Menschheit!!

    Die aufgeführten Themen (und noch viel mehr) reizen so zum Diskutieren, dass die Woche (neben dem Lesen) wie im Flug vorüber gehen wird.

  4. Gehaltvoll soll es sein?

    Ohjeh, armer Pu, dann muß er sich wohl „Das Parfum“ anhören. Natürlich von Patrick Süskind. Es ist für meinen Geschmack das gehaltvollste und beste Buch der Welt. Ich hoffe nur, dass sich Pu dabei nicht schrecklich gruselt. Gut, die Zeit, die Jean-Baptiste in der Höhle verbringt, ist ziemlich laaaaaaangaaaaaatmig, aber da kann sich Pus Seelchen vielleicht wieder beruhigen. Aber es ist schon extrem interessant, wie damals das Handwerk vonstatten ging. Und in welchen, durchaus logischen Gedankenbahnen Jean-Baptiste denkt und handelt. Un der Schluss ist so herrlich skurril. Quasi ein Muss für jeden feststeckenden Bären!

    Nach dem Parfum wird die Woche vermutlich noch nicht vorbei sein, daher werde ich die verbleibende Zeit noch mit „Hexengeflüster“ von Anna Dale füllen. Das ist vielleicht doch eher was für Pus kindliches Gemüt. Ein wirklich tolles Kinder-/Jugendbuch. Viel verschmitzter Humor, ein bißchen sarkastisch und trocken, immer aber charmant. Eine Geschichte, die die Hexerei recht nett in die heutige Zeit einbettet. Nicht so verwoben und gewaltig wie HP, dafür aber lustig, leicht und kurzweilig.

    Wenn die Woche dann immer noch nicht um sein sollte, werde ich zum guten Schluss auf „Glennkill“ von Leonnie Swann zurückgreifen. Dieser „Schafskrimi“ ist unglaublich freundlich geschrieben, obwohl er von etwas ganz und gar unfreundlichem handelt, nämlich vom Schäfer, der irgendwie leblos mit einer Schaufel in der Brust auf der Weide gefunden wird. Fortan sucht die Schafherde, deren einzelne Charaktere so liebevoll gezeichnet sind, daß man jedes einzelne Schaf genau vor sich sieht, nach dem Mörder. Die Tiere gehen dabei so naiv-scharfsinnig vor, daß man sich stellenweise als Mensch wirklich unzulänglich vorkommt.
    Ich kann mir vorstellen, daß Pu das Buch großartig gefällt.

    Falls ich aber wirklich nur eines der Bücher zur Wertung beitragen darf, dann bitte „das Parfum“.

    Und, hab ich gewonnen?😀

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