Mike Resnick: Wilson Cole – Die Meuterer

Ich weiss, ich weiss. Ich sollte eigentlich was anderes lesen. Falls es Sie interessiert: mach ich auch. Das und das und das. Und wenn ich durch bin, werde ich’s auch besprechen. Aber manchmal mag ich gar keine anspruchsvolle Literatur. Dann will ich einen schlichten, spannenden Science-Fiction-Roman lesen, am liebsten wie früher unter der Bettdecke mit der Taschenlampe. Ich bin ja so vernünftig, das nicht mehr zu machen – das mit der Taschenlampe unter der Decke, meine ich. SF-Romane lese ich immer noch gerne. So wie diesen hier:

In ferner Zukunft führt die Republik (das sind – mehr oder weniger – die „Guten“) Krieg gegen die Teroni-Förderation (das sind – genau – die „Bösen“). Dabei legt die Raumflotte der Republik natürlich Wert darauf, dass Befehle befolgt werden. Auch wenn es dumme Befehle sind und ihre Missachtung zum Sieg im Kampf und der Niederlage des Gegners führt. Durch Missachtung (oder „Auslegung“) seiner Befehle ist Wilson Cole schon zweimal vom Captain zum Commander degradiert worden – und zum höchstdekorierten Offizier der Flotte. Alle seine Orden retten ihn aber nicht vor seiner neuesten Degradierung: zweiter Offizier auf dem schrottreifen Raumschiff Theodore Roosevelt. Die Teddy R, wie ihre Crew sie nennt, ist von Querulanten wie Cole bevölkert und patroulliert in einem unbedeutenden Sektor der Galaxis, in dem nie etwas passiert. Bis Cole auftaucht und Initiative zeigt…

„Meuterer“ ist der erste Band der Reihe um Wilson Cole. Sehr kurzweilig, ohne viel theoretischen Ballast, dafür mit trockenem Humor wird eine alte Geschichte neu erzählt. Hornblower meets Star Wars. Wenn man sich an den gelegentlich holprigen Formulierungen der deutschen Übersetzung nicht stört, hat man hier einen SF-Roman alter Schule, mit Action, Liebe und Spass. Sehr zu empfehlen für alle Nostalgiker, die sich noch mal wie zwölf fühlen möchten…


Video: Nowhere Man by the Beatles, Footage from Captain Hornblower, R.N.