Amazons ‚Kindle’…

Auf diesem Blog treiben sich ja allerhand Leute herum, die gerne Lesen und wohl keine grundsätzlichen Berührungsängste vor moderner Technik haben. Von denen würde ich (auch aus professionellem Interesse) gerne wissen: was halten ihr von Amazons elektronischem Lesegerät, dem Kindle? Ich will gar nicht mal so sehr eine Einschätzung der Zukunftschancen dieses Gerätes (oder eines anderen vergleichbaren) hören, sondern mehr eine persönliche Sicht.
Könntet ihr euch vorstellen, ein Buch auf einem solchen Gerät zu lesen? (Technische Unzulänglichkeiten mal aussen vor.) Wenn ja, wann und wie? Nur für bestimmte Zwecke? Oder seid ihr Verfechter des gedruckten Wortes auf Papier (und damit dann ja Stützen des Buchhandels, vielen Dank!) und würdet im Leben nicht auf elektronische Tinte umsteigen?

Meine Meinung: ich finde die Idee sehr reizvoll. Eine ganze Bibliothek immer greifbar haben, ohne Sorgen um den Regalplatz. Bei Bedarf einfach einen Titel drahtlos auf das Gerät laden, egal wann und wo. Und dann auch so kompakt. Grundsätzlich eine schöne Vorstellung. Aber eigentlich nur für’s „Gelegenheitslesen“. Den Schmöker, der hinterher sowieso im Regal landet, könnte ich mir gut auf dem Kindle vorstellen. Aber kein Buch, an dem mir etwas liegt… Meinen Moby-Dick möchte ich bitte auch weiterhin auf Papier haben. Aber vielleicht bloss aus nostalgischen Gründen…

Lesenswert dazu:
Welt am Sonntag, 14.9.08 – „Die neueste Bibliothek von Babel„;
FAZ, 29.8.2008 – „Das Buch, das aus dem Äther kam

3 Gedanken zu “Amazons ‚Kindle’…”

  1. Kindle, mein Senf…

    Vor vielen Jahren hab ich das schon mit einem Palm versucht.
    Die Qualität war eher bescheiden.
    Dann bin ich auf einen iPaq umgestiegen. Die Qualität war schon etwas besser, aber das Display immer noch zu klein. Die Software (ich weiss wirklich nicht mehr, welche das war) war nicht wirklich benutzerfreundlich.
    Jetzt habe ich einen Blackberry 8800
    Display immer noch zu klein…

    Sicher, das waren alles keine Geräte, die extra als Buchlese-ersatz geschaffen waren.

    Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass mich so ein Gerät (hmmmm, ich sollte es mir womöglich erst mal anschauen?) vom Lesen echter Bücher abhält. Und das, obwohl ich Informatiker bin😉

    Und was bekomme ich als Ersatz für meine Regalwände voller Bücher, die mir eine tolle Atmosphäre im Raum schaffen?

  2. Und ob das reizvoll ist, die Bibliothek von Babel im Bus anknipsen und aus den Schriften Abulafias deklamieren zu können. Ich senfe hier aber als einer, der in demselben Bus mit einiger Wahrscheinlichkeit nach Schwabing fährt, um dort die Antiquariate abzuklappern und sich freut, wenn die Bücher darin davon billiger werden, je mehr sie mit Widmungen und Anstreichungen verziert und erhöht sind.

    Außerdem seh ich’s an meiner zahlenden Kundschaft und bin selbst gelegentlich in der Rolle des Verbrauchers: Bei gar zu neuen Sachen wartet man, bis sie erschwinglich werden und dabei ihre Kinderkrankheiten auskurieren. Bei mir kann sich das noch das eine oder andere Jahrzehnt hinziehen, jedenfalls sind die derzeitigen 359 Dollar für so ein Kindl keine Preiskategorie, über die ich diskutiere. Was, wenn mir schon über „Krieg und Frieden“ die Augen auslaufen vor Pixelflimmern oder schlimmer, wenn ich für meine anstehenden Abseitigkeiten draufzahlen muss? (Das sind nur die parallel anwendbaren Gründe, warum mir auch solches iPod-Zeugs nicht ins Haus kommt.) Je schnäppchen, desto feilsch.

    Für Bücher hat man immer Platz, dann lieber kleinere Heizkörper…

  3. Witziges Spielzeug, so ein Kindle, aber doch nie eine Alternative.

    Ich dachte darüber nach, warum meine Ablehnung da spontan ganz klar war und eben fiel es mir ein – als ich den Müll rausbrachte … die graue Tonne (mief), die gelbe Tonne (miiiief), die grüne Tonne (STINK) und dann ….die blaue Tonne – hüfthoch voller Prospekte, Kartons und alter Tageszeitungen und -hach- sie riecht wunderbar! Nach Druckerschwärze und Papier!

    Tausend Bücher auf einem kleinen Bildschirm sind ja ganz nett, aber keine Konkurrenz für echte Bücher, denn Lesen ist immer noch mehr als Text in den Kopf kriegen – es ist dieses gute Gefühl, einen dicken, pfundschweren Wälzer von 900 Seiten vor sich zu haben – vielleicht noch mit Fortsetzungen… das Rascheln der Seiten, die Eselsohren, das schöne Gefühl, wenn das Lesezeichen langsam durch´s Buch wandert… das kann ein Bildschirm nicht ersetzen.

    Zusatz für meinen Sohn (11 Monate) : man kann auch auf dem Kindle nicht so wunderbar rumkauen und kleine Schnipsel aus den Seiten beißen

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