Iain Banks: Die Sphären

banks-diesphaerenGerade ausgelesen. Was für ein grossartiger Science-Fiction-Roman! Hat mich tage- und nächtelang gefesselt…

Iain Banks ist ein sehr bekannter britischer Autor, auch (aber nicht nur) im Bereich der Science Fiction. „Die Sphären“ ist der neueste Roman des Kultur-Zyklus. Die Kultur ist eine ausserordentlich fortschrittliche Zivilisation (nicht allein technisch, sondern auch moralisch), eine der Hohen Beteiligten im Galaktischen System. Davon muss man aber zu Beginn des Buchs nichts wissen – auch für mich war „Die Sphären“ der Erstkontakt mit der Kultur. Aber sicher nicht der letzte!

Die Handlung ist an sich recht simpel: ein junger Mann beobachtet die Ermordung seines Vaters und macht sich auf die Suche nach seiner Schwester um von ihr Hilfe zu erbitten. Und – soviel kann man ruhig verraten – er findet sie. So weit, so konventionell. Alles andere als konventionell ist aber der Rahmen der Handlung: der Ermordete ist König auf der achten Ebene einer sogenannten „Schalenwelt“, die unter dem Protektorat diverser hochstehender Zivilisationen steht. Diese Zivilisationen sind nicht alle gleich weit entwickelt und einige von ihnen haben tatsächlich noch aggressive Tendenzen! So muss sich der junge Mann (Prinz Ferbin) einen Weg durch seine Welt bahnen und sich mit verschiedenen, äusserst fremdartigen Geschöpfen auseinandersetzen.
Prinz Ferbins Schwester wurde als Kind der Kultur übergeben und arbeitet nun als Agentin der Besonderen Umstände (BU) – einer Gruppe, die mit mehr oder weniger subtilen Mitteln Einfluss auf die Entwicklung primitiver Kulturen nimmt. Die Agenten der BU gelten als ziemlich gefährlich – genau darum will Ferbin mit seiner Schwester Kontakt aufnehmen.

„Die Sphären“ erzählt eine spannende Geschichte, voller überraschender Wendungen, schillernder Persönlichkeiten und nie gesehener Orte. Es sind aber vor allen Dingen die Schilderungen der kulturellen und zivilisatorischen Eigenheiten der verschiedenen Beteiligten, die mich gefesselt haben. Banks lässt ein faszinierend komplexes Gebilde vor dem Leser entstehen, ein Universum in dem eines mit dem anderen zusammenhängt – und das seit Jahrmilliarden! Absolut einzigartig in der Liebe zum Detail und der kreativen Kraft. So ist zum Beispiel die virtuelle Realität, in die sich die Kulturbürger einklinken können, kein rein visuelles Erlebnis, vielmehr werden sämtliche Sinne genutzt – Informationen über bestimmte Objekte sind über Form und Farbe, aber auch Tonfolgen und Struktur codiert…

„Die Sphären“ ist einer der besten SF-Romane, die ich jemals gelesen habe. Im Klappentext wird er als Banks‘ Opus Magnum bezeichnet – ohne seine anderen Romane zu kennen, würde ich sagen: zu recht!

2 Gedanken zu “Iain Banks: Die Sphären”

  1. danke für die positive rezension, du machst mir mut, weiterzulesen. ich war nach den ersten 30 seiten nämlich ein wenig enttäuscht… aber dann beisse ich mich weiter durch😉

  2. Hallo Roland, (Willkommen!)
    Ich stelle das häufiger bei guten SF-Romane fest: der Anfang ist mühsam. Hier besonders, denn wenn ich einen SF-Roman lese, will ich eigentlich nichts von Rittern, Schwertern und Königen hören. Aber nur Mut: es wird viel besser!
    Wenn du durch bist, würde ich mich über einen weiteren Kommentar freuen!

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.