Richard Stark: Keiner rennt für immer

stark-parker02Nachdem im vergangenen Jahr der aktuelle Parker-Roman „Ask the Parrot“ auch auf deutsch erschienen ist („Fragen Sie den Papagei“), schiebt Zsolnay nun einen „älteren“ hinterher. „Keiner rennt für immer“ ist der direkte Vorgänger zum oben erwähnten Titel…
Wir erinnern uns: „Fragen Sie den Papagei“ beginnt mit Parker auf der Flucht nach einem Bankraub, der nicht so gelaufen ist, wie geplant. Hier jetzt die Geschichte dieses Bankraubs.
Der Roman beginnt mit einem Mord. Parker tötet kaltblütig und professionell einen Mann, der als Polizeispitzel arbeitet. Damit ist eins schon mal klar: Parker ist wirklich so skrupellos wie er behauptet. Und genau so geht es auch weiter…

Ich finde die Geschichten um Parker absolut faszinierend. Dieser Mann ist wirklich völlig frei von Gefühlen. Er ist eher eine Maschine, eine logisch denkende Maschine, die sich der ‚falschen‘ Seite des Gesetzes verschrieben hat.
Ebenso präzise wie Parkers Handlungen, ist auch die Sprache des Romans. Knapp und lakonisch, dabei von einem dunklem Reiz – eine Sprache, die süchtig machen kann. Ich freue mich schon auf den nächsten Band!

P.S. Wer sich mal den Vorspann von „Payback“ mit Mel Gibson (nach dem Roman „The Hunter“) anschaut, der sieht da einen – meiner Meinung nach – sehr überzeugenden Parker. Auch wenn er im Film ‚Porter‘ heisst und im Verlauf der Geschichte ein wenig zu selbstironisch daherkommt. Diese Eröffnungsszenen zeigen Parker, wie ich ihn mir vorstelle – äusserlich durchaus sympathisch, aber innerlich völlig skrupellos.


Ich mag übrigens bei Parker nicht das Adjektiv ‚böse‘ verwenden – Parker teilt die Welt nicht in ‚gut‘ und ‚böse‘ ein, höchstens in ‚für Parker‘ und ‚gegen Parker‘.

Am 31.12.2008 ist Richard Stark (eigentlich Donald Westlake) verstorben…