James Sallis: Cypress Grove

What You Have LeftNachdem ich ja von Driver so angetan war, habe ich mal Ausschau gehalten, was von James Sallis noch so erschienen ist. Relativ neu ist „What You Have Left“ , ein Sammelband, der die drei Turner-Romane vereint: Cypress Grove (2003), Cripple Creek (2006) und Salt River (2007).

Cypress Grove: Turner, der Held der Geschichten, hat einen interessanten Lebenslauf hinter sich, als er sich in einem kleinen Ort in der Nähe von Memphis niederlässt. Dort will er eigentlich nur in Ruhe gelassen werden. Irgendwann taucht allerdings der Sheriff des Örtchens auf und bittet den ehemaligen Polizisten um Hilfe. Ehe er sich’s versieht, hilft Turner bei der Aufklärung eines mysteriösen Mordes. Dieser Mord scheint irgendwie mit halbvergessenen Filmen aus den 50er-Jahren zusammen zu hängen…

Wie schon bei Driver ist auch in Cypress Grove der Kriminalfall nur Mittel zum Zweck. Worum es eigentlich geht, ist Turner. Während er ermittelt, taucht er aus seiner selbstgewählten Versenkung auf, kommt wieder in Kontakt mit Menschen und versöhnt sich auch – wenigstens teilweise – mit seiner Vergangenheit. Wir als Leser erfahren etwas darüber, wieso Turner nach seinem Einsatz in Vietnam zur Polizei von Memphis ging, wieso er dann elf Jahre im Gefängnis verbrachte und anschliessend als Therapeut arbeitete. Und wieso er schliesslich in einer Blockhütte am See landete…
Geschrieben ist das Ganze trocken, spannend, gewohnt lakonisch und dennoch voller Liebe zu Land und Leuten, den „Southerners“ mit ihren Eigenarten und Skurrilitäten. Auch deshalb eine Leseempfehlung.

Erscheint im August 2009 in deutsch als „Dunkle Schuld“ bei Heyne.