Franz Hohler: Das grosse Buch (Ill.: Nikolaus Heidelbach)

Hohler / Heidelbach: Das grosse BuchAls Ergänzung zum gestrigen Vorlesetag hier noch eine Vorlese-Empfehlung.
Franz Hohlers gesammelte Geschichten, wunderbar illustriert von Nikolaus Heidelbach. Für etwas ältere Kinder (ab 6 vielleicht). 91 Geschichten – von der ganz kurzen „Der große Zwerg“:

Es war einmal ein Zwerg, der war 1,89 m groß.

bis zu solchen, die mehrere Seiten lang sind und wirkliche Geschichten erzählen. Alle sind wenigstens ein bisschen skurril, manche auch sehr. So gibt es die Geschichte „Der Traumprinz“, in der ein Prinz einen Drachen besiegt (wenn auch auf unkonventionelle Art) und dafür die Prinzessin bekommt. Dann aber erklärt er seiner Frau, dass er sich lieber um den Haushalt (und später die Kinder) kümmern wolle, als die Armee des Königs zu befehligen. Was der Prinzessin ganz recht ist, denn „sie war Ohrenärztin und hatte so viele Patienten, die zu ihr kamen, dass sie froh war, wenn sie sich am Mittag an einen gedeckten Tisch setzen konnte“.
In einer anderen Geschichte rettet ein junger Jäger eine sprechende Moorkatze und erhält zum Dank ein Zauberschächtelchen und „wenn er dieses Schächtelchen öffne, werde ihm ein Wunsch erfüllt“. Der Jäger wünscht sich dieses und jenes, erhält aber regelmässig die Antwort: „Ooooh, das ist zu schwer für mich, da musst du eine größere Schachtel fragen!“ Ein einziges Mal aber erfüllt die Schachtel einen Wunsch – und das reicht aus…
Die merkwürdigeren Geschichte sind jene, bei denen sich Vorleser und Zuhörer hinterher anschauen und sich fragen: „Und was soll das?“ – Wie die von den drei Riesen, die im Parkhaus die Autos zertrümmern.

Nachher trafen sie sich am Ausgang, gingen zusammen fort und kamen nie wieder.

Alle Geschichten machen auch dem Vorlesenden Spass – und das hat man ja nicht immer. Und wenn die „Zielgruppe“ mal völlig verständnislos schaut, dann liest man halt noch eine vor – sie sind ja nicht lang.